Industrielle Produktionsprozesse

Das Aktionsfeld Industrielle Produktionsprozesse ist deutlich durch einen starken und dynamischen Unternehmensbestand gekennzeichnet und verfügt daher über besonders günstige Voraussetzungen zur Verfolgung einer „Spitzenreiterstrategie“.

Die für den Schwerpunkt relevanten Branchen erzielen fast ausnahmslos Außenhandelsüberschüsse und zeigen in Produktion wie Forschungsorientierung mehrheitlich regionale Spezialisierungen sowie einen Wachstumsvorsprung zu Österreich.

Der Schlüssel, um die internationale Position und die hohen Einkommen abzusichern, liegt vor allem in der beständigen Weiterentwicklung der regionalen Produktion. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität kann durch technologiebasierte und organisatorische Verbesserungen in den industriellen Fertigungsprozessen gestärkt werden. Besonderes Augenmerk verdient dabei das Anbieten produktionsbegleitender, industrienaher Dienstleistungen.

Einige sektorale Kernbereiche, wie Mechatronik, Prozessautomatisierung, Werkstoffe und IKT waren bereits im letzten Strategischen Programm klare Schwerpunkte. Die Herausforderung besteht nun in der Zusammenführung der sektoralen Stärken sowie in der Entwicklung von Exzellenz und kritischen Größen. Von besonderer Bedeutung ist die Stärkung der Forschungsseite, um stärker radikale Innovationen auf den Weg zu bringen.

STRATEGISCHE LEITZIELE

  • Oberösterreich ist 2020 eine führende Industrieregion in Europa und hält dem Druck der Globalisierung durch konkurrenzfähige Produkte und Dienstleistungen stand.
  • Entscheidend dabei ist die Technologieführerschaft und konsequente Steigerung der Produktivität und Flexibilität im Bereich der industriellen Produktionsprozesse und Verfahren. Dabei werden innovative nachhaltige Produktionsmethoden eingesetzt, die größtmögliche Energie und Ressourceneffizienz ermöglichen (Kreislaufwirtschaft/Stoffströme).
  • Durch technisch führende, adaptive und qualitativ hochwertige Produktionsprozesse sichern wir einen hohen Wertschöpfungsanteil und damit Arbeitsplätze.
  • Kinder und Jugendliche machen in Oberösterreich 2020 bereits sehr früh erste konkrete Erfahrungen mit den Schlüsseltechnologien der Zukunft und deren Anwendungen im Alltag. Sie lernen spielerisch den Umgang mit neuesten Technologien, denken interdisziplinär und entwickeln ein Interesse für technische Problemstellungen.
  • Neue Studiengänge, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bauen auf diesem Interesse auf, sind von Beginn an international ausgerichtet und bieten die Möglichkeit der Absolvierung von Praktika im In- und Ausland.
  • Oberösterreich hat bis 2020 die Anzahl der TechnikerInnen erhöht und dabei den Anteil der Frauen signifikant gesteigert.
  • Die Weiterentwicklung von dualer Ausbildung, HTLs, FHs und JKU (TNF), sowie Weiterbildungsmaßnahmen für die MitarbeiterInnen in der produzierenden Industrie (Lebenslanges Lernen) tragen dazu bei, den Bedarf an Fachkräften langfristig zu decken.
  • Forschung und Produktion bedingen einander. Oberösterreich hat 2020 die Forschung in den produktionsrelevanten Themenbereichen und den damit verbundenen Schlüsseltechnologien (IKT, Werkstoffe, Mechatronik, etc.) umfassend weiter entwickelt.
  • Die oö. Forschungskompetenzen wurden zu einem international sichtbaren Forschungs- und Transfernetzwerk zum Thema „Produktion der Zukunft“ ausgebaut.
  • Oberösterreich ist 2020 internationale Leitregion für „Interdisziplinäre Produktionsforschung“ und äußerst erfolgreich in der Beteiligung an nationalen und europäischen Forschungsprogrammen und Initiativen zu relevanten Themen im Bereich Produktionsprozesse.
  • Oberösterreich verfügt 2020 über attraktive Rahmenbedingungen für produzierende Unternehmen und fördert mit einer Reihe von Initiativen aktiv die Weiterentwicklung bestehender und die Ansiedlung neuer Betriebe.
  • Ein ausgewogenes Verhältnis von Leitbetrieben, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Arbeitsplätzen schaffen und in besonderem Maß zur Wirtschafts- und Forschungsleistung beitragen, Forschungsheadquartern und KMUs in spezifischen Nischen schafft langfristig die nötige Stabilität.
  •  Industrienahe Dienstleistungen sind Teil der Weiterentwicklung der Produktionstechnologien und tragen erheblich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bei.
  • Für Startups und Spin-offs sowie deren nachhaltige Entwicklung stehen Risikokapital sowie eine professionelle Unterstützung zur Verfügung.
  • Die industriellen Wertschöpfungsketten werden durch regionale und internationale Produktionsnetzwerke heimischer Unternehmen gestärkt. Die Weiterentwicklung von Cluster-Initiativen stärkt die internationale Positionierung des Produktionsstandortes.
  • Oberösterreich ist 2020 attraktiv für internationale Fachkräfte und Talente, Spitzenkräfte im Management und exzellente ForscherInnengruppen.

Mit der Ausschreibung „Produktionsstandort 2050“ wurde im Frühjahr 2015 eine Aktion zur Umsetzung des Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramms „Innovatives OÖ 2020“ insbesondere im Aktionsfeld 1 „Industrielle Produktionsprozesse“ und Aktionsfeld 5 „“Mobilität / Logistik“ gesetzt.

Das Interesse von Unternehmen und Forschungseinrichtungen war groß: 28 Projekte wurden eingereicht, von denen letztlich zehn mit einer Förderung aus dem Forschungs- und dem Wirtschaftsressort unterstützt werden. Das Gesamt-Projektvolumen lag bei 4,1 Mio. Euro, die durchschnittliche Förderquote lag bei rund 75 Prozent.

Nähere Informationen finden Sie in der Presseunterlage.