Die Basis

Der globale Wettbewerb ist die Herausforderung, der sich die einzelnen Regionen stellen müssen. Forschung und Innovation sind die Säulen einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft Oberösterreichs. Strategische Programme sind hier ein probates Mittel, die Zukunftsfähigkeit Oberösterreichs effektiv zu unterstützen, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen und für soziale Sicherheit zu sorgen.

Grundlegende Ausgangsbasis für die Entwicklung strategischer Programme sind immer die Charakteristika und Besonderheiten der Regionalökonomie. Strategische Ziele müssen auf dieser Ausgangsbasis ansetzen und gangbare Wege der Weiterentwicklung aufzeigen.

Auch dem vorliegenden neuen Programm „Innovatives OÖ 2020“ liegen diese Überlegungen zugrunde. Gemäß dem Motto des Rates für Forschung und Technologie für Oberösterreich (RFT OÖ) „Stärken stärken, Neues wagen“ bauen die strategischen Ziele, Themen und Maßnahmen auf den vorhandenen Wirtschaftsstrukturen und kritischen Massen auf und setzten damit die Tradition der Strategischen Programme in Oberösterreich fort.

Der Erstellungsprozess umfasste dem Konzept der ‚Intelligenten Spezialisierung‘ entsprechend Top-Down sowie Bottom-up Elemente. So folgte etwa die Festlegung der fünf Aktionsfelder am Beginn des Erstellungsprozesses einer klaren Top-Down-Logik. Ihre Auswahl erfolgt evidenzbasiert durch Expertinnen, wobei die empirische Basis dazu eine Analyse der technischen Kernkompetenzen in Oberösterreich bildete.

Eine wesentliche Rolle kam im Erstellungsprozess dem RFT OÖ zu, der mit seinen hochrangigen Mitgliedern aus Wirtschaft und Forschung der OÖ. Landesregierung in Fragen der Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiepolitik zur Seite stand. Außerhalb der operativen Erarbeitungsstruktur wurde zudem eine Reflexionsgruppe eingerichtet, die aus Mitgliedern der bewirtschaftenden Stellen sowie VertreterInnen von Sozialpartnern, AMS, JKU und FH bestand.

Erstmals wurde zur Findung der Themen und Maßnahmen zur Einreichung von Interessensbekundungen aufgerufen. Mehr als 550 eingereichte Themen belegen, wie kreativ und zukunftsweisend die oö. Innovations-community ist.

Auch das WIFO bestätigte in einer Ex-ante Evaluierung, dass Oberösterreich auf die richtigen Aktionsfelder setzt.

Übersichtsgrafik zur Programmentwicklung

Das vorliegende Wirtschafts- und Forschungsprogramm baut auf bestehende Strategien der Oö. Landesregierung auf. Die wichtigsten korrespondierenden Programme sind:

Die Programmentwicklung zum neuen Strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm „Innovatives OÖ 2020“ kann sich auf breite Erfahrungen aus vorangegangenen Programmierungsprozessen stützen, ist das nun vorliegende Programm doch schon das Vierte seiner Art.

Das erste Strategische Programm („OÖ 2000+“; 1998 - 2003) war ohne Zweifel Reaktion auf die Krise der verstaatlichten Industrie in den 1980er Jahren, die eine Neuausrichtung der ökonomischen Basis und damit auch eine neue Priorisierung der öffentlichen Mittel für Wirtschaft und Innovation notwendig machte. Erste Schritte dazu waren eine große Studie zu den industriellen Stärken Oberösterreichs sowie die Gründung der Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG) als zentrale Wirtschafts- und Standortagentur des Landes. Sie wurde 1997 beauftragt, das Strategische Programm „OÖ 2000+“ zu konzipieren und letztlich auch zu implementieren. Finanzielle Basis war ein „Zukunftsfonds“ aus Privatisierungserlösen, sowie Mittel des Bundes und der EU-Strukturfonds. Vor allem von der regionalen Politik, den Sozialpartnern und der Industrie vorangetrieben, wurden in Arbeitskreisen zu „Technologie“, „Berufliche Qualifikation“ und „Standortmarketing“ insgesamt zwölf Strategien mit 33 Maßnahmen entwickelt, deren Weichenstellungen das regionale Innovationssystem in vielen (vor allem institutionellen) Bezügen bis zum heutigen Tag prägen. Inhaltlich lag der Fokus des Programms auf den traditionellen Stärken der oö. Wirtschaft, jedoch wurden mit der sektoral breit aufgesetzten Cluster-Politik, der Errichtung von Kompetenzzentren sowie den Technologie- und Impulszentren zum „Technologietransfer in der Fläche“ auch starke Impulse in Richtung Diversifizierung gesetzt. Netzwerkkooperationen und die Stärkung der Innovationskapazität der Unternehmen sollten eine systematische Erweiterung der regionalen Stärken anregen.

Da eine umfassende Evaluierung von TMG und Strategischem Programm nach Abschluss der Programmperiode (2004) viele Bestandteile von „OÖ 2000+“ (v. a. Cluster-Politik, Kompetenzzentren, UAR, CATT Innovation Management, Technologie- und Impulszentren) positiv bewertete und deren Fortführung empfahl, wurden diese in das Nachfolgeprogramm „Innovatives OÖ 2010“ (2005 - 2010) übernommen. Grundsätzlich wurde dieses Programm jedoch in einem ungleich stärker partizipativen Prozess aufgesetzt. 250 ExpertInnen stellten 18 Strategien und 43 Maßnahmen zusammen, die in den fünf Zielfeldern „Forschung und Entwicklung“, „Berufliche Qualifizierung“, „Cluster und Netzwerke“, „Wirtschafts- und Technologiestandort Oberösterreich“ sowie „EU-Netzwerke“ gebündelt wurden. Hauptstoßrichtung war dabei der Bereich „Forschung und Entwicklung“, indem mit Mechatronik, IKT, Life Sciences, Neue Werkstoffe sowie Logistik auch klare sektorale Schwerpunktsetzungen erkennbar waren. Verstärkt wurde die Unterstützung von F&E-Kooperationen und solchen zwischen Universität und Wirtschaft, auch die Entwicklung der Humanressourcen sowie berufliche Ausbildung war in verstärktem Ausmaß Thema.

Das anschließende und bis Ende 2013 gültige Programm „Innovatives OÖ 2010plus“ (2010 - 2013) ist weitgehend als Follow-up dieses Programms konzipiert, seine Programmstruktur ist jener von „Innovatives OÖ 2010“ damit sehr ähnlich. Hier wurden auf Basis von Richtlinien des RFT OÖ und der Mitarbeit von ExpertInnen 14 Strategien und 37 Maßnahmen etabliert und 120 Vorhaben (Projekte) in den fünf (weitgehend unveränderten) Themenfeldern „Forschung und Entwicklung“, „Bildung und Karriere“, „Netzwerke“, „Wirtschafts- und Technologiestandort OÖ“ sowie „EU-Networking“ aufgesetzt. Inhaltlicher Schwerpunkt ist auch hier das Themenfeld „Forschung und Entwicklung“ (mit etwas mehr als 60 % der eingesetzten Mittel) mit den sektoralen Forschungsschwerpunkten Mechatronik, IKT, Life Sciences, Leichtbau/Innovative Werkstoffe, Logistik sowie (neu) erneuerbare Energien.