Gesundheitsberufe noch attraktiver

Im September startete der erste Joint-Masterstudiengang "Applied Technologies for Medical Diagnostics" in Oberösterreich (c) Sergey Nivens / fotolia.com
Im September startete der erste Joint-Masterstudiengang "Applied Technologies for Medical Diagnostics" in Oberösterreich (c) Sergey Nivens / fotolia.com

09.10.2018

2010 nahm die FH Gesundheitsberufe OÖ ihren Lehr- und Forschungsbetrieb auf, ab 2013 lief erstmals der Vollbetrieb. Nun erfolgte ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Geschichte der FH Gesundheitsberufe OÖ: Mit dem aktuellen Wintersemester 2018/19 erfolgt ein deutlicher Ausbau von bisher drei auf nun fünf Standorte.

 

Neu sind die Standorte Ried und Vöcklabruck. Damit erhöhen sich die Studienplätze von knapp 840 auf 1.800 (ab 2020/21 mehr als 2.100). Begründet liegt dies in drei neuen Studienangeboten: dem österreichweit größten Bachelor- Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege, dem jährlichen Studienbeginn im Bachelor- Studiengang Hebamme sowie dem neuen Joint-Masterstudiengang Applied Technologies for Medical Diagnostics (ATMD). In Planung sind außerdem Spezialisierungslehrgänge für die Gesundheits- und Krankenpflege, die voraussichtlich 2019 beginnen werden.

Für die Erstsemestrigen der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgte der Studienstart Mitte September an den Standorten Linz, Ried, Steyr, Wels und Vöcklabruck. Das Studium ist auf den Säulen Lehre, Praxis und Forschung aufgebaut, der Praktikumsanteil beträgt dabei 51 %. Die bewährte Verknüpfung von Theorie und Wissenschaft, der hohe Praxistransfer und die direkte Anbindung an die Gesundheitseinrichtungen der Gesellschafter bereitet auch diese Studierenden optimal auf ihre wichtige Rolle in der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen vor. Der  neue jährliche Hebammenjahrgang begann ebenfalls Mitte September. Die ATMD-Studierenden begannen ihre Studien bereits zwei Wochen früher, wobei hier die Lehrveranstaltungen berufsermöglichend sowohl an der FH Gesundheitsberufe OÖ, als auch der FH Oberösterreich  stattfinden. Das Studium deckt ein neues Berufsfeld an der Schnittstelle von Technik, Naturwissenschaft und technologieorientierten Gesundheitsberufen ab und richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Biomedizinischen Analytik, Radiologietechnologie und Medizintechnik.

Da Interdisziplinarität und Interprofessionalität v.a. in Gesundheitsberufen von wesentlicher Bedeutung sind, wurde das neue Kompetenzzentrum für Innovative Lehre und Interprofessionalität gegründet. Dieses ist verantwortlich für die Weiterentwicklung innovativer Lehre insbesondere interprofessioneller und digitaler Lehr- und Lernangebote sowie der interprofessionellen und interdisziplinären Vernetzung. Und dass die FH Gesundheitsberufe OÖ den Prozess der Hochschulwerdung gut bewältigt hat und für das Wachstum gut gerüstet ist, bestätigt auch die Bewertung der Gutachtergruppe des letzten Audits, welches von einer ausgeprägten Qualitätskultur, einem hohen Qualitätsbewusstsein und einer gemeinsamen hochschulischen Identität spricht.

Mit der Initiative "MED UP – Medical Upper Austria" verfolgt das Land Oberösterreich das Ziel, neue Arbeitsplätze zu schaffen, die Patientenbetreuung maßgeblich zu verbessern, die F&E-Quote signifikant zu steigern, die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen sowie wertvolle Synergien zwischen bestehenden Gesundheits-, Bildungs-, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und einschlägigen Unternehmen zu erschließen. In der Steuerungsgruppe von MED UP finden sich zahlreiche hochkarätige Akteure aus den wissenschaftlichen Einrichtungen in Oberösterreich. Deren Expertise bildet die Basis für die strategischen Aktivitäten dieser Initiative. MED UP wurde im Rahmen des strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramms "Innovatives Oberösterreich 2020" ins Leben gerufen.

Oberösterreich verfügt über einen MedTech-Sektor mit 72 Life-Science-Unternehmen, davon 19 aus dem Bereich Biotech/Pharma und 53 MedTech-Unternehmen mit rund 6750 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von geschätzten 1,9 Milliarden Euro.

Ein mit 2,3 Millionen Euro dotiertes Leitprojekt soll die Stärken der oberösterreichischen MedTech-Branche auch international ins Rampenlicht rücken. Die Ausschreibung für dieses Leitprojekt läuft noch bis zum 3. Dezember 2018. "Das Zusammenrücken der beiden oberösterreichischen Fachhochschulen in der medizinnahen technologieorientierten Lehre und Forschung bedeutet einen kräftigen Schub für dieses wichtige Zukunftsthema in unserem Bundesland", sagt Landesrätin Christine Haberlander.

>> Download Pressunterlagen "Ausbau der FH Gesundheitsberufe OÖ" vom 1. Oktober 2018 (Land OÖ)