Die Strategie

Das vorliegende Programm ‚Innovatives OÖ 2020‘ steht nun grundsätzlich in der Tradition der Vorgängerprogramme, nicht zuletzt deshalb, weil die in diesen Programmen geschaffenen Institutionen und Strukturen weiter bestehen bzw. systemprägend sind. Vor allem aber brauchen die meisten innovationspolitischen Maßnahmen Kontinuität, um langfristig zu wirken.

Was ist neu?
Das vorliegende Programm folgt dem technologiepolitisch modernen Ansatz der vertikalen Ausrichtung in Form der konsequenten Orientierung entlang der Innovation Chain Bildung-Forschung-Wirtschaft innerhalb definierter Aktionsfelder.

Die 4 Kernstrategien
Vier ausformulierte Kernstrategien (Standortentwicklung, Industrielle Marktführerschaft, Internationalisierung, Zukunftstechnologien) bilden die Basis des Programms. Sie wurden abgeleitet von den Strategien auf EU-Ebene, den Vorgaben des Rates für Forschung und Technologieentwicklung in Österreich und den grundstrategischen Empfehlungen des Rates für Forschung und Technologie für Oberösterreich (RFT OÖ). Die Strategien sind im Sinne einer produktivitätsorientierten Wachstumsstrategie auf die Stärkung der Wettbewerbsposition Oberösterreichs fokussiert. Aufbauend auf den Kernstrategien und unter Berücksichtigung technologischer Kernkompetenzen wurden fünf Aktionsfelder, nämlich Industrielle Produktionsprozesse, Energie, Gesundheit, Alternde Gesellschaft, Lebensmittel/Ernährung und Mobilität/Logistik definiert. Diese ermöglichen eine intelligente Spezialisierung und bieten außerdem den nötigen Freiraum für die siebenjährige Laufzeit des Programms.

Zu den Aktionsfeldern

Grafische Darstellung des Programms: Kernstrategien, Aktionsfelder, Innovation Chain
  • Um im Wettbewerb um die besten Köpfe in Wissenschaft und Wirtschaft zu gewinnen, muss Oberösterreich den Standort weiterentwickeln und die Wettbewerbsvorteile weiter ausbauen.
  • Eine starke Wirtschaftsagentur leistet einen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Erhöhung von Wohlstand und sozialer Sicherheit in Oberösterreich.
  • Oberösterreich bekennt sich zur Stärkung von Wissenschaft und Forschung als Basis einer zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung.
  • Nachhaltige Arbeitsplätze können nur geschaffen werden, wenn Wissen in vermarktbare Produkte und Dienstleistungen umgewandelt wird. Forschung und Entwicklung soll daher in Oberösterreich primär in jenen Bereichen vorangetrieben werden, in denen es auch Stärkefelder der oö. Unternehmen gibt.
  • Für Oberösterreich sind wissensbasierte Geschäftsmodelle und der produzierende Sektor mit einer hohen Exportorientierung von besonderer Bedeutung. Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, muss Oberösterreich daher in die Entwicklung effizienter, adaptiver Produktionssysteme der Zukunft in Verbindung mit neuen wissensbasierten Dienstleistungen investieren.
  • Die globalen gesellschaftlichen Herausforderungen bilden den Rahmen für die Identifikation von Nischen, in denen langfristige Themen und Technologieführerschaft anzustreben sind.
  • Entscheidend für die Erreichung von Wettbewerbsvorteilen ist die Geschwindigkeit der Diffusion von neuen Technologien in die Anwendung in neuen Prozessen und Produkten. Maßnahmen zur Beschleunigung dieser Diffundierung sind daher den jüngsten Entwicklungen anzupassen. Die gesamte Innovation Chain ist dabei vorrangig zu betrachten. Zu den Ansätzen gehören innovative Modelle des Technologietransfers, die Weiterentwicklung der Cluster und eine intelligente Projekt- und Strukturförderung. Neue Ansätze zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen im Rahmen von Open Innovation und der steigenden Bedeutung der Creative Communities sind zu erarbeiten.
  • Die internationale Ausrichtung im Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsbereich ist auszubauen und der Bekanntheitsgrad des Wirtschafts- und Forschungsraumes Oberösterreich ist zu erhöhen. Durch internationale Zusammenarbeit mit anderen Regionen sind langfristige strategische Allianzen zu bilden.
  • Aktivitäten heimischer Unternehmen zur Internationalisierung sind zu unterstützen. Gleichzeitig sind die Ansiedlung internationaler Exzellenz und die Etablierung von Forschungsheadquartern internationaler Unternehmen in Oberösterreich zu forcieren.
  • Es sind Voraussetzungen zu schaffen, um die globalen Zukunftstrends zu erkennen und ihnen frühzeitig mit neuen Technologien und Strategien Rechnung zu tragen.
  • Außerdem ist generell das Bewusstsein für die Bedeutung von Forschung und Entwicklung in der Gesellschaft durch eine nachhaltige Verbesserung des Ansehens von TechnikerInnen und ForscherInnen zu stärken und damit einer Skepsis gegenüber Technik entgegenzuwirken. Unternehmer- und Forschergeist ist bereits in der sekundären und tertiären Bildung zu fördern.